
Durchblick 4+ – Wenn der Winter zu Ende geht ... – Filme und Bilderbuchkinos
Wenn Ferienorte in den Bergen Wintergäste erwarten oder wenn dort ein Skirennen stattfinden soll, aber kein Schnee liegt - was dann? Dann muss Kunstschnee her. Das ist kein künstlicher Schnee, aber er wird künstlich erzeugt aus Wasser. Das haben die Leute einfach der Natur abgeschaut.
Um Kunstschnee herzustellen, braucht man sogenannte „Schneekanonen“, die an den Skipisten aufgestellt werden. Sie pressen Wasser aus mehreren hundert Düsen in die Luft über der Piste. Ein großes Gebläse verwirbelt dabei dieses Wasser in winzige Tröpfchen. Die gefrieren, wenn die Luft kalt genug ist, sofort zu Schnee, der auf der Piste niedergeht.
Für einen Kubikmeter Schnee braucht man etwa 300 Liter Wasser. Die verarbeitet eine Schneekanone in wenigen Minuten.



Für die Skifahrer wie für die Ferienorte ist Kunstschnee sehr praktisch. Aber er hat einige Nachteile. Er fühlt sich an wie alter Firnschnee, ist viel grober und körniger als normaler Schnee. Unter dem Vergrößerungsglas sieht man: die Kristalle haben gar nicht die typische sechseckige Sternform wie echter Schnee. Deshalb schmilzt Kunstschnee auch viel später als natürlicher Schnee. Dadurch haben die Pflanzen, die unter der künstlichen Schneedecke eingesperrt sind, weniger Zeit, um sich zu erholen und zu wachsen. Deshalb sind viele Skihänge im Sommer nicht grün, sondern braun.
Quelle:
Wissen macht Spaß – Informationen für Jugendliche und andere Menschen
Eine Besonderheit hierzu: Kunstschnee aus Kartoffeln
Schnee aus Kartoffeln? Das gibt es doch nicht! Oder doch?
Forscher/innen hatten die Idee, aus der Stärke, die in Kartoffeln und Mais enthalten ist, Kunstschnee zu entwickeln.
Und der besitzt einige richtig gute Eigenschaften: Er sieht nicht nur täuschend echt aus, die Flocken rieseln sogar genauso schön wie echte Schneeflocken.
Für Filmemacher/innen ist der „Kartoffel-Schnee“ perfekt: Wenn gerade kein Schnee liegt und sie verschneite Winter-Szenen für einen Film drehen wollen, lassen sie einfach die „Kartoffelflocken“ rieseln.
Außerdem ist dieser Kunstschnee umweltfreundlich, weil er aus den Naturprodukten Kartoffeln und Mais hergestellt ist. Mit dem nächsten Regenguss wird der „Schnee“ einfach wieder weggewaschen. Früher wurde für Filmaufnahmen Plastik-Schnee eingekauft. Der ist allerdings viel teurer und nicht biologisch abbaubar.

Weil der Kartoffel-Schnee sehr gut klebt, können ihn auch Dekorateur/innen gut verwenden: für Schneemänner oder verschneite Christbäume in den Schaufenstern.
Für den Kunstschnee, mit dem im Winter die Skipisten beschneit werden, werden allerdings keine Kartoffeln verwendet. Der kommt – wie oben beschrieben – weiterhin aus Schneekanonen, den so genannten „Beschneiungsanlagen". Die verschwenden allerdings so viel kostbares Trinkwasser und Energie, dass sie für die Umwelt eine Belastung sind.
Quelle: www.kindernetz.de (ein Angebot des SWR)