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Durchblick 4+  –  Wenn der Winter zu Ende geht ...  –  Filme und Bilderbuchkinos

5.7 Infobogen: Besondere Tage im Januar und Februar

Neujahrstag – 1. Januar

Jahrhunderte lang feierte man den Jahresbeginn zu unterschiedlichen Zeiten. Erst 1691 legte der damalige Papst Innozenz XII. den Neujahrsbeginn für die christliche Kirche in Westeuropa auf den 1. Januar fest. Andere Religionen haben einen beweglichen Neujahrstag: Die Juden und der Islam nach Mondjahren, die Iraner nach Sonnenjahren.

In China, Korea und Vietnam begrüßt man das neue Jahr zwischen Ende Januar und Ende Februar. Neujahr ist das größte Fest des chinesischen Kulturkreises, das drei Tage lang mit prächtigen Drachen- und Löwenumzügen gefeiert wird.

Mit Neujahr sind die unterschiedlichsten Facetten des Aberglaubens verbunden. Sozusagen nach dem Motto „Wie das Neujahr beginnt, so ist das ganze Jahr“ wurde und wird auch heutzutage noch gelegentlich nach bestimmten Regeln verfahren:

So soll man etwa über Neujahr ja keine Wäsche zum Trocknen hängen lassen, da dies Unglück und Arbeit im kommenden Jahr mit sich bringe.

In den vielen ländlichen Bereichen der Alpenregion ist das „Räuchern“, das Begehen der Wohn- und Arbeitsräume und Stallungen mit gesegnetem Weihrauch, üblich, um die Dämonen zu vertreiben.

In der chinesischen Welt wird nach alter Tradition vor Beginn des Neujahrsfests das Haus mit Bambuszweigen, welche die bösen Geister vertreiben, gründlich geputzt. Während der Neujahrstage würde man Gefahr laufen, auch das Glück hinauszukehren.

Viele Essens- und Trinkbräuche, die man zum Jahreswechsel pflegt, haben ebenfalls einen abergläubischen Hintergrund. Dass man sich am Neujahrstag etwas besonders Gutes gönnt, liegt auf der Hand, schließlich heißt es: „Wer über die Jahre gut schmaust, hat das ganze Jahr vollauf“. So manchen lässt der Aberglaube seine Linsensuppe am Neujahrstag auslöffeln, damit das Kleingeld im neuen Jahr nie ausgeht. In anderen Gegenden spricht man dies dem Verzehr von Sauerkraut zu. Beliebt ist auch der Neujahrskarpfen. Dazu gehört, dass das Familienoberhaupt eine der Fischschuppen unter seinen Teller legt. Diese wird dann in der Geldbörse aufbewahrt, was fürs ganze Jahr einen prall gefüllten Säckel garantieren soll.

In Deutschland beginnt das neue Jahr oft mit Feuerwerk, Böllern, Bleigießen und Mitternachtsgottesdiensten. Das Feuerwerk vertrieb früher „böse Geister“ und drückt heute die Vorfreude auf das neue Jahr aus. Bei Silvesterfeiern sind das Sekttrinken sowie das Essen von Neujahrsbrezeln zum Jahreswechsel verbreitet.

Bei den sogenannten Silvesterläufen machen tausende von Menschen – oft für einen Spendenobolus – bei Volksläufen mit. Der weltweit größte Silvesterlauf findet mit 15.000 Teilnehmern in Madrid in Spanien statt, während der größte deutsche Lauf auf einem 15 Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße 1 von Werl nach Soest führt. Hier beteiligen sich seit fast 25 Jahren über 7.000 Läufer aller Altersklassen für eine gemeinnützige Sache. Der älteste und zweitgrößte Lauf der Welt startet alljährlich in São Paulo in Brasilien mit rund 13.000 Teilnehmern.

In einigen Gebieten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen verkleiden sich die Kinder und laufen am Silvesterabend Rummelpott. Vor den Haustüren der Nachbarschaft bringt zu überlieferten plattdeutschen Rummelpottliedern wie Fru mok de Dör op das traditionell inzwischen sehr selten eingesetzte Instrument Rummelpott (auch Brummtopf) – ein mit einer Schweinsblase überspannter Topf – durch Reiben am Schilfrohr in dessen Mitte quäkende Klänge zustande. Die Kinder bekommen an der Haustür Süßigkeiten und Geld, ältere Teilnehmer mitunter auch alkoholische Getränke. Ursprung war ein germanischer Brauch – um die Geister zu vertreiben.

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„Ein guet selig Jar“ - Vorläufer der Neujahrskarte, 1466. (Wikipedia)

Zum Jahreswechsel gibt es jede Menge Glück- und Gesundheitswünsche.

So wünscht man sich zum Beispiel oft „einen guten Rutsch“ ins neue Jahr. Dies hat jedoch nichts mit „rutschen“ zu tun, sondern geht vermutlich auf das hebräische Wort „rosch“, was „Kopf, Anfang“ bedeutet, zurück. Das jüdische Neujahrsfest heißt auf Hebräisch Rosch ha-Schanah.

Große Kultur- und Sinfonieorchester veranstalten an Neujahr oft ein Neujahrskonzert.

Silvester- und Neujahrsbräuche hin oder her – man kann es auch einfach mit Erich Kästner halten:

„Wird's besser? Wird's schlimmer?“
fragt man alljährlich.

Seien wir ehrlich:
Leben ist immer
lebensgefährlich.

Dreikönigstag – 6. Januar

Der Dreikönigstag, auch Epiphanias genannt, zählt zu den ältesten christlichen Festtagen. Schon vor eintausendsiebenhundert Jahren feierten die Menschen am 6. Januar dieses Fest. Es wurde und wird zur Erinnerung an Jesu Geburt und an seine Taufe gefeiert. Das Fest erinnert aber auch an die drei Weisen, die, mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beladen, den neugeborenen Jesus besucht und ihn beschenkt haben.

Vor allem in Süddeutschland gibt es den katholischen Brauch, dass an diesem Tag Kinder, verkleidet als Caspar, Melchior und Balthasar Häuser und Wohnungen aufsuchen. Sie tragen einen Stern an einer Stange, singen Lieder und segnen die Häuser. Solche Sternsinger zogen schon im Mittelalter durch Dörfer und Städte. Das mit weißer Kreide an die Haustüren geschriebene „C + M + B“ steht übrigens nicht für die Namen der Drei, sondern für „Christus Mansionem Benedicat“. Das ist Latein und bedeutet: „Christus segne dieses Haus.“

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(Wikipedia, © Thomas Guffler)

Die Geschichte der „drei Weisen“ ist eine sehr alte Geschichte. Sie findet sich schon in der Bibel, im Matthäus-Evangelium (Matthäus 2, 1-12). Hier wird zwar berichtet, dass die Weisen dem Kind Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten, dafür werden weder die Namen genannt, noch die Zahl Drei. Erst viel später hat man sich überlegt, dass die drei Geschenke, welche die Weisen brachten, auf drei sehr reiche Besucher schließen ließen. So wurden aus den Weisen die Heiligen Drei Könige. Außerdem ist die „Drei“ eine heilige Zahl im Christentum: Am dritten Tage ist Jesus von den Toten auferstanden, dreieinig sind Vater, Sohn und heiliger Geist.

Maria Lichtmess – 2. Februar

Genau vierzig Tage nach Heiligabend feiert man ein letztes Fest, um den Weihnachtskreis abzuschließen. Ursprünglich nannte man es „Mariae Reinigung“. Das erinnert an eine alte jüdische Glaubensvorschrift. Im Alten Testament wird erzählt, dass Frauen vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes unrein waren – nach der Geburt eines Mädchens sogar doppelt so lange, nämlich achtzig Tage lang. Nach Ablauf dieser Zeit mussten die Mütter im Tempel ein Reinigungsopfer bringen, üblicherweise ein oder zwei Tauben, gelegentlich auch ein Lamm.

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Darbringung im Tempel, Meister der Pollinger Tafeln, 1444 (Wikipedia)

Und auch Maria und Josef taten, wie die Gesetze es ihnen vorschrieben, „und brachten das Kind in den Tempel nach Jerusalem, um es Gott zu weihen. Denn im Gesetz heißt es: ‚Wenn das erste Kind, das eine Frau zur Welt bringt, ein Sohn ist, soll es Gott gehören.’ Zugleich brachten sie das vorgeschriebene Reinigungsopfer: ein paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.“ (Lukas 2, 22-39 / 22-24 zit. nach „Die Gute Nachricht“).

Valentinstag – 14. Februar

Der Valentinstag könnte eine Erfindung der Gärtnereien und Blumenläden sein – er ist es aber nicht. Trotzdem sind die Blumengeschäfte sicher froh, dass einst die Römer diesen Feiertag eingerichtet haben. Am 14. Februar bekamen die römischen Frauen zu Ehren der Göttin Juno Blumen geschenkt.

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(Wikipedia, © Johntex)

An Juno denkt heutzutage niemand mehr, wenn er am 14. Februar Blumen verschenkt, dafür aber an den heiligen Valentin. Dieser Valentin war vielleicht Bischof der süditalienischen Stadt Interamna, dem heutigen Terni. Er soll nach Rom gerufen worden sein, um Kranke zu heilen. Es heißt, dass er außerdem viele Römer zum Christentum bekehrt habe. Wie Valentin nun ausgerechnet zum Schutzpatron der Verliebten und Verlobten wurde, ist nicht ganz klar. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass um den 14. Februar herum die Vögel mit Paarung und Nestbau beginnen.

Niemand behauptet übrigens, dass man am Valentinstag Blumen verschenken muss. Man kann beispielsweise auch, um diesen Tag zu feiern, eine schöne Karte basteln und sie einer Freundin oder einem Freund schenken.

29. Februar

Wer am 29. Februar geboren wurde, bleibt lange jung, da er ja genau genommen nur alle vier Jahre Geburtstag hat. Normalerweise hat dieser Monat nur 28 Tage. Aber alle vier Jahre, in den so genannten Schaltjahren, gibt es einen 29. Februar. Geburtstag wird selbstverständlich trotzdem gefeiert: am 28. Februar oder am 1. März, ganz wie man mag.

Die Römer führten diesen zusätzlichen „Schalttag“ ein. Der Februar wird in solchen „Schaltjahren“ ein bisschen verlängert, damit das Kalenderjahr und das mittlere Sonnenjahr übereinstimmen.


Quellen: Jule Sommersberg u. Imke Sönnichsen: Das große Buch vom ganzen Jahr. Feste und Bräuche mit Kindern neu erleben. Gabriel Verlag, Stuttgart 2004. / Wikipedia / frankfurt-interaktiv

 

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