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Durchblick 4+  –  Wenn der Winter zu Ende geht ...  –  Filme und Bilderbuchkinos

5.8 Infobogen: Fasching – Karneval – Fastnacht

Rosenmontag und Faschingsdienstag

Ursprünglich bezeichnete die „Fastnacht“ wirklich nur den Abend und die Nacht vor dem Aschermittwoch – und damit den Abend und die Nacht vor dem Beginn der Fastenzeit. An diesem Abend durfte nochmals kräftig gegessen und getrunken werden, bevor die lange, karge Fastenzeit losging.

Heute eröffnet man schon am 11.11. um 11 Uhr 11 mit „Hoppeditz erwache“ die Faschingszeit. Offiziell aber wird Fasching am Rosenmontag und am Faschingsdienstag gefeiert, bevor am Aschermittwoch dann der Spaß vorbei ist.

All die Kostüme, die Wagen und die Bonbons, die den Leuten am Straßenrand bei den vielen Fastnachtsumzügen zugeworfen werden, haben mit der Fastenzeit wenig zu tun. Denn man feierte im Mittelalter nicht nur den letzten Abend vor Beginn der Fastenzeit, sondern es sollte auch der Winter vertrieben werden, so laut und so fröhlich wie möglich. Winter bedeutete damals nicht einfach Schneemännerbauen und Schlittenfahren, sondern Winter bedeutete Kälte und sehr oft auch Hunger. Die Menschen warteten sehnsüchtig auf frisches Gemüse und Obst. Und bestimmt warteten sie auch auf grünes Gras und bunte Blumen. Weil der Winter aber stark und mächtig war, die Menschen hingegen schwach, verkleideten sie sich als Hexen oder Gespenster, um den Winter zu vergraulen.

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Zwei freundliche Hexen einer Narrenzunft (© Ina Hochreuther)

Aschermittwoch

Der Aschermittwoch ist der Tag, an dem man in den katholischen Kirchen traditionellerweise die Asche der Eichkatz-, Erika- oder Palmzweige weiht, die man nach dem Palmsonntag des letzten Jahres verbrannt hat.

Im Mittelalter war der Aschermittwoch jener Tag, an dem die Büßer aus der Kirche geschickt wurden. Für die gesamte Fastenzeit wurden diejenigen, die gestohlen oder etwas anderes Schlimmes getan hatten, zur Strafe und Ächtung vom Gottesdienst ausgeschlossen. Den anderen Gemeindemitgliedern wurde wegen ihrer großen und kleinen Sünden mit der geweihten Asche ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. Heute schließt man niemanden mehr vom Gottesdienst aus. Das Aschekreuz wird im Gottesdienst vom Priester auf die Stirn der Gläubigen aufgetragen. Dass sich dieser Brauch erhalten hat, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Asche gleichzeitig als Putzmittel verwendet wurde und so parallel ein Symbol für die Reinigung der Seele darstellt.

Fastenzeit

Sieben Wochen dauert die Fastenzeit – oder aber vierzig Tage. Wenn man nachrechnet, sind es allerdings mehr als vierzig Tage vom Aschermittwoch bis zum Ostersamstag. Auf die Vierzig kommt man nur, wenn man die Sonntage weglässt, denn da durfte das Fasten unterbrochen werden.

Zum Gedenken an Jesu Tod hat man bereits vor bald zweitausend Jahren gefastet, zunächst eine Woche lang, später vier und schließlich sieben Wochen oder vierzig Tage lang. Die Vierzig war in der Bibel eine heilige Zahl: Vierzig Jahre zog Mose mit seinen Leuten durch die Wüste. Nach seiner Taufe verbrachte Jesus vierzig Tage fastend und betend in der Wüste.


Quelle: Jule Sommersberg u. Imke Sönnichsen: Das große Buch vom ganzen Jahr. Feste und Bräuche mit Kindern neu erleben. Gabriel Verlag, Stuttgart 2004.

 

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